Die abwechslungsreiche Landschaft auf Okomitundu lockt zu Wanderungen.
Aus großen Granitfelsen aufgetürmte Kuppen reizen zum Klettern und Erkunden und bieten schöne Aussichtspunkte. Sandige Trockenflussbetten, die nur nach starken Regenschauern Wasser führen, sind eine interessante Abwechslung.
An den gut markierten Wanderwegen auf Okomitundu sind die verschiedenen Baum- und Straucharten mit Nummern gekennzeichnet. Auf einer Liste, die im Büro erhältlich ist, findet man über diese Nummer zu dem botanischen und den landläufigen Namen der Bäume und Sträucher. Wer sein Wissen vertiefen möchte, findet in der Farmbibliothek allerlei Bücher über die Fauna und Flora Namibias.
Auf Okomitundu hindert Nachts kein Streulicht die Sicht auf den spektakulären südlichen Sternhimmel. Hier sieht man bekannte Sternbilder wie das Kreuz des Südens, den Orion, die Magellanschen Wolken oder den Skorpion. Die Möglichkeit sich dieses unvergleichliche Naturschauspiel allabendlich oder auch früh vor Sonnenaufgang zu betrachten, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen
Die Morgen- und die Abendstimmung in Namibia ist einzigartig – das sonst so schroffe, harte Land strahlt in dem weichen Licht der schräger einfallenden Sonnenstrahlen, Schatten heben die Konturen der Berge hervor, bestimmte Vögel künden das Tagesende an und schließlich versinkt die Sonne in glühenden Farben. Von dem Erleben dieser Stimmungen geht eine große Ruhe aus.
Weil Okomitundu nördlich des Wendekreises liegt, geht die Sonne viel schneller unter als in gemäßigteren Breiten und bereits eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist es stockdunkel. Daran sollte man bei Spaziergängen denken. Ähnlich dramatisch und farbenprächtig ist der Sonnenaufgang. Es lohnt sich wirklich, den Tagesablauf so zu planen, dass man diese schönsten Tageszeiten im Freien verbringen und bewusst wahrnehmen kann. Der verlorene Schlaf lässt sich während einer Siesta zur heißesten Zeit des Tages leicht nachholen.
„Wir sitzen in einem Bunker an einer Wasserstelle, die Sonne neigt sich bereits nach Westen. Einige Perlhühner schöpfen, blicken kurz in den Himmel und schöpfen wieder. Plötzlich ertönt ein warnendes Schnarren, unter lauten Geschrei erheben sich und fliegen etwas schwerfällig auf die nächsten Bäume. Wir suchen mit dem Glas den Buschrand um die Wasserstelle - aha ein Schakal, der sich etwas zu schnell hervorgewagt hat, hat diesen aufruhr ausgelöst. Aus dem Dornbüschen neben dem Ansitz ertönt ein anderer auffälliger Ruf – bald entdecken wir zwei Rotbauchwürger – etwa amselgroße schwarze Vögel deren Brust und Bauch rot leuchtet. Am Flügel haben sie einen weißen Streifen. Am Wasser tummeln sich verschiedene Tauben und viele kleine bräunliche Vögel. Auf einem kahlen Zweig sitzt eine farbenprächtige Gabelracke mit blau und türkis schillerndem Gefieder. Plötzlich stürzt sie sich in elegantem Gleitflug hinab und kehrt schnell mit einem noch zappelnden Insekt auf ihren Ansitz zurück. Als es schon fast dunkel ist fällt ein großer Schwarm? Namaflughühner ein. Man kann sie durch das Glas gerade noch am Ufer erkennen, wie sie unter leisem Rufen schöpfen und viele das Brustgefieder mit einer typischen Bewegung in das Wasser tauchen. Die männlichen Tiere tragen nämlich in ihrem besonders dazu eingerichteten Brustgefieder Wasser für die Küken zu den Nistplätzen.
Etwas steif gesessen aber fasziniert von dem vielfältigen Treiben fahren wir durch die Dunkelheit zur Farm zurück, wo wir nach einer erfrischenden heißen Dusche zum Abendessen gebeten werden.“...