Okomitundu Start

Raubtierforschung


Während einige Raubtierarten (z.B. Löwe) vom Menschen bereits völlig in die Gebiete der Nationalparks zurückgedrängt wurden und andere Arten (z.B. Braune Hyäne) nur noch in sehr geringer Populationsdichte auf Farmland vorkommen, leben Geparden und Leoparden immer noch mit relativ hohen Radiotelemetrie- Bestandszahlen auf kommerziell genutztem Weideland. Man schätzt, dass in Namibia mit etwa 3000 - 4000 Tieren (ein Drittel der gesamten Weltpopulation) derzeit noch die größten zusammenhängenden Gepardenbestände zu verzeichnen sind. Während in den Schutzgebieten durch Anwesenheit von Löwen und gefleckten Hyänen ein sehr großer Feinddruck für Geparde besteht, fehlen diese Konkurrenten auf dem Farmland. Weiterhin erhöhen ein reichhaltiges Nahrungsangebot sowie leicht zugängliche Wasserstellen die Attraktivität dieses Habitats. Daher leben heute etwa 90% der Geparde in Namibia auf kommerziellem Farmland, die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf die Nationalparks und die kommunalen Gebiete.

 

Das Zusammenleben von Mensch und Raubtier in einem gemeinsamen Ökosystem verursacht natürlich Konflikte. Immer wieder kommt es vor, dass landwirtschaftliche Nutztiere von Raubtieren gerissen werden und ein mitunter erheblicher wirtschaftlicher Schaden für die Farmer entsteht. Infolge werden Raubtiere mit unterschiedlichen Methoden (z.B. Abschuss, Gift, Schlageisen, Fang und Lebendverkauf) bekämpft.

 

Häufig werden Raubtiere aber auch für den Verlust von Kälbern, Kleinvieh oder Wild verantwortlich gemacht, ohne dass andere mögliche Ursachen (Wilderei, Schlangenbisse, Krankheiten, Vergiftung durch Pflanzen, u.a.) untersucht werden. Bis ein Kadaver gefunden wird, ist dieser zumeist schon weitestgehend von Aasfressern zerstört, so dass die Todesursache nicht immer feststellbar ist.

 

Es besteht kein Zweifel daran, dass es sowohl unter den Geparden als auch unter den Leoparden immer wieder einzelne Individuen gibt, die sich auf das Reißen von Nutztieren spezialisieren und sich damit zu so genannten Problemtieren entwickeln. Dabei handelt es sich häufig um Tiere, die durch Verletzungen, Altersschwäche, Krankheit, etc. beeinträchtigt sind und unter den Wildtieren nur schwer Beute schlagen können.

 

Gegen eine konsumtive aber selektive Nutzung solcher Individuen bestehen keinerlei Bedenken. Sowohl die Trophäenjagd als auch der Lebendexport werden durch internationale Vereinbarungen (CITES) kontrolliert und limitiert und stellen somit keinerlei Bedrohung für die Arterhaltung dar. Der Konflikt zwischen Farmern und Großraubtieren ergibt sich im Grunde erst daraus, dass viele Farmer bisher noch jedes Raubtier als potenzielle Gefahr für ihre Nutztiere betrachten und nach Möglichkeit eliminieren. Radiotelemetrische Studien sowie Spurenanalysen und Langzeit-Monitoring sollen einen Beitrag leisten, um diesen Konflikt zu lösen.

 


Okomitundu Start
© 2006 Okomitundu, Gästefarm in Namibia English language Tel: +264-(62)-503 901 - info@okomitundu.com - Impressum